Hintergrund 02. Okt 2026

Die wichtigsten Mythen

Harte Kerle aus diversen Gemeinschaften vereint im Kampf für Amerika: Szene aus «Bataan» von 1943, dem ersten «Platoon-Movie» Hollywoods.

Für die Herausbildung der nationalen Identität Amerikas waren vier Mythen grundlegend:

Der «Frontier-Mythos»als ältester Mythos führt den Ursprung unserer Gesellschaft auf die Siedlerkolonien und deren phänomenales Wachstum aufgrund der Ausbeutung natürlicher Ressourcen zurück.

Der «Gründungsmythos» stellt die USA als Schöpfung einer aussergewöhnlichen, weisen und tugendhaften Gruppe weisser Männer dar: den Gründervätern.

Der «Mythos des Bürgerkriegs» umfasst konträre Vorstellungen und erklärt die existenzielle Krise der Nation in den 1860er Jahren aus einem «Befreiungsmythos» um Abraham Lincoln und die Emanzipation versklavter Afrikaner; dem Mythos der «verlorenen Sache» («Lost Cause») des Südens und eines Kampfs um die Wiederherstellung der weissen Vorherrschaft in der Nachkriegszeit; sowie einem weniger bedeutsamen «Versöhnungsmythos» um eine Wiederannäherung der Weissen aus Nord und Süd nach dem Krieg zulasten von Minoritäten.

In den 1940er Jahren entstand der Mythos des «guten Krieges», als die USA im Ringen gegen die Achsenmächte erstmals ihre ethnische und rassische Vielfalt bejahten. Dieser Mythos integrierte die populistische Wirtschaftspolitik des «New Deal» und lieferte eine Grundlage für die inzwischen ebenfalls von Mythen umrankte Bürgerrechtsbewegung.

Richard Slotkin