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ISRAEL-SYRIEN

Lieberman droht mit Zerstörung der Luftabwehr, Zwischenfall bei Kuneitra

20. März 2017
Ungewohnt harte Worte nach Zwischenfall.


Die israelisch-syrische Grenze wird zunehmend unruhiger. So berichteten syrische Rebellenkreise, dass die israelische Luftwaffe am Sonntagabend ein Fahrzeug in der Nähe der Stadt Kunitra beschossen hat, wobei der Chauffeur des Autos, der Kommandant einer pro-Assad-Miliz, ums Leben gekommen ist. Dieser Zwischenfall war der jüngste in einer wachsenden Reihe von Ereignissen, welche die Spannungen an der Waffenstillstandslinie zwischen den  beiden Staaten manifestieren. Auch der Austausch von Verbalinjurien nimmt an Intensität zu. So drohte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Sonntag mit der «Zerstörung des syrischen Luftabwehrsystems», nachdem die Syrer Boden-Luftraketen gegen israelische Flugzeuge abgefeuert hatten, die Vergeltungsangriffe gegen Syrien durchführten. «Das nächste Mal, wenn die Syrer ihre Luftabwehrsysteme gegen unsere Flugzeuge einsetzen, werden wir sie ohne jedes Zögern zerstören», warnte Lieberman am israelischen Radio. Am Freitag hatten israelische Kampfflugzeuge verschiedene Ziele in Syrien getroffen, wobei Premier Netanyahu erklärte, die Schläge seien gegen Waffen gerichtet gewesen, die für die Hizbollahtruppen in Libanon bestimmt waren. Die syrische Armee behauptete, eine der israelischen Maschinen abgeschossen und eine zweite getroffen zu haben, als die Jets Angriffe in der Nähe der berühmten historischen Stadt Palmyra geflogen waren. Die IDF dementierten dagegen, dass eines ihrer Flugzeuge getroffen worden sei. Schon in der Vergangenheit hatte die Regierung in Damaskus ähnliche Behauptungen aufgestellt, die aber nie bestätigt werden konnten. Der israelische Armeesprecher bestätigte hingegen, dass im Anschluss an die Luftangriffe «einige Luftabwehrraketen» abgefeuert worden seien, doch hätten alle ihre Ziele verfehlt. Eine der Raketen ist nach Angaben des Militärs von der erstmals eingesetzten Abwehrbatterie einer israelischen «Arrow»-Rakete abgefangen worden. IDF-Kreise bezeichneten den Zwischenfall als den ernstesten zwischen den zwei Staaten seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs vor sechs Jahren. – Normalerweise bestätigt Israel einzelne Zwischenfälle nicht und dementiert sie auch nicht. Die näheren Umstände des Geschehens vom Freitag dürfte Jerusalem bewogen haben, dieses Mal von den bisherigen Gepflogenheiten abzuweichen. TA





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