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EUROPAS RABBINER

Kritik an Urteil des EU-Gerichts

15. März 2017
Sind Juden und Muslime in Europa nicht willkommen?
Rabbiner Pinchas Goldschmidt

Das Urteil eines EU-Gerichts, wonach Firmen ihren Angestellten verbieten können, religiöse Kleider zu tragen und entsprechende Symbole zur Schau zu tragen, hat scharfe Kritik seitens der Europäischen Rabbinerkonferenz ausgelöst. Die Entscheidung besage, dass «Glaubensgemeinschaften nicht länger willkommen sind», meinte Rabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Rabbinerkonferenz als Reaktion auf das am Dienstag gefällte Urteil des Europäischen Gerichts in Luxemburg. Gemäss dem Urteil können Kunden nicht einfach verlangen, dass Arbeiter ihre Kopfbedeckung entfernen, wenn es nicht Politik der Gesellschaft ist, religiöse Symbole zu verbieten. «Die interne Regel eines Betriebs, welche das sichtbare Tragen irgendwelcher politischer, philosophischer oder religiöser Zeichen verbietet, stellt keine direkte Diskriminierung dar», hält das Gericht fest. «Der Entscheid verbreitet Signale unter allen religiösen Gruppen in Europa», sagte Rabbiner Goldschmidt am Dienstag. «Mit der Zunahme rassistisch motivierter Zwischenfälle und der heutigen Entscheidung signalisiert Europa eine klare Botschaft: Seine Glaubensgemeinschaften sind nicht länger willkommen. Politische Persönlichkeiten müssen handeln, um sicherzustellen, dass Europa religiöse Minderheiten nicht isoliert sondern ein vielgestaltiger und offener Kontinent bleibt.» - Die rechtsextreme Marine Le Pen, eine aussichtsreiche Kandidatin im Rennen um die französische Präsidentschaft, meinte, sie würde muslimische Kopfbedeckung verbietet, sollte sie gewählt werden. Auf die Frage, ob sie das gleiche mit der Kippa, der Kopfbdeckung religiöser Juden tun würde, erwiderte die Chefin des Front National «im Interesse der Gleichberechtigung» in zustimmendem Sinne. [TA]





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