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ISRAEL

Französischhilfe an Einwanderer gestrichen

10. Oktober 2017
Massnahme trifft rund 3000 frankophone Immigranten.

Laut einer Mitteilung der israelischen Regierung soll die soziale Hilfe in französischer Sprache an frankophone Einwanderer gestrichen werden. Damit werden rund 3000 Immigranten aus Frankreich, die 2015 und 2016 nach Israel eingewandert sind, ohne Eingliederungshilfe in ihrer Muttersprache bleiben. Die Abteilungen im Ministerium für Arbeit und soziale Angelegenheiten, die bisher für diese Dienstleistungen verantwortlich gewesen sind, sollen laut einem Bericht in der Zeitung «Haaretz» Ende Januar geschlossen werden. Im Februar 2015 hatte das Kabinett beschlossen, zur Ermutigung der Alija (Einwanderung), die Wohlfahrtsdienste für Immigranten aus Frankreich auszudehnen. Entsprechend ehielten die Städte mit dem grössten Anteil an französischen Olim – Netanya, Ashdod, Jerusalem, Tel Aviv und Hadera – Positionen und Budgets für Sozialarbeiter, Übersetzer und anderes, mit der französischen Kultur vertrautes Personal. Die meisten der von der Schliessungsmassnahme betroffenen Einwanderer sprechen noch kein oder dann nur ungenügend hebräisch. Alles in allem leben in Israel heute rund 100’000 Frankophone, viele von ihnen Neueinwanderer, die noch nicht fliessend in der hebräischen Sprache sind. Abzuwarten bleibt ob die drastische Sparmassnahme der israelischen Regierung die Alija aus Frankreich bremsen, oder ob es gar zu einer Rückwanderung von bereits immigrierten Personen kommen wird. [JU]





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